Den Wetterstationen auf der Spur!
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Warum Wetterberichte nicht funktionieren

Der Regenschirm zuhause und draußen das Gewitter des Jahres. Das letzte große Mysterium unserer superdurchorganisierten Zeit ist, weshalb die Aussagen von Meteorologen oftmals nicht besser oder schlechter ausfallen als die Binsenweisheiten aus dem Bauernkalender.

Um das Wetter vorhersagen zu können, braucht es zwei Dinge: Informationen über die Ist-Zustände von Luftdruck, -temperatur und –druck und Gleichungen, die aus den gesammelten Daten, Prognosen machen können.

Heute sind tausende Wetterstationen weltweit miteinander verknüpft. Passagierflugzeuge liefern zusätzlich Daten zu Luftturbulenzen und Vereisungen. Weltweit werden zweimal täglich 900 Wetterballone in die Luft gelassen, die mit Radiosonden ausgestattet sind. Diese Radiosonden senden Wellen aus, die von den Wolken reflektiert werden. Je nachdem in welche Richtung sich die Wolken bewegen, prallen diese Radiowellen anders ab. Daraus lassen sich Wolkendichte-, -geschwindigkeit und –richtung berechnen. Transportschiffe verfügen über Messstationen an Bord. Satelliten machen Infrarotaufnahmen. Und dennoch gibt es noch weitgehend unerschlossene Gebiete, für die kaum Daten vorhanden sind.

Diese immer größere Datenverfügbarkeit hat dazu geführt, dass die heutige Dreitagesprognose bei weitem bessere Ergebnisse liefert als die Eintagesprognose der 90er Jahre. Auf diesem Weg werden Tag für Tag eine Millionen Beobachtungen gemacht, die das Wetter beeinflussen. Um all diese Informationen aber verarbeiten zu können, braucht es Supercomputer, die in Sekundenschnelle Millionen komplexe Berechnungen durchführen können. Sie müssen berücksichtigen, wie die stark die Sonne eine bestimmte Stelle die Erde erhitzt, zu welchen Winden die gemessenen Luftdruckunterschiede führen und wie die Erdrotation all diese Faktoren beeinflusst. Jede noch so kleine Änderung in einer dieser Variablen kann zu einer Wetteränderung führen. Aber auch Supercomputer sind in ihrer Kapazität limitiert. Meteorologen müssen die Variablen einspeisen, von denen sie annehmen, dass sie den größten Einfluss auf das Wetter nehmen.

Mit all diesen Daten verhält es sich leider nicht so wie mit dem berühmten Reissack, der in China umfällt und keine weiteren Konsequenzen mehr hat. Viel eher mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings, der auch am anderen Ende der Welt enorme Auswirkungen haben kann. Daten, die auch nur minimal falsch gemessen worden sind, können auf die Prognosen großen Einfluss nehmen. Edward Lorenz, ein Chaostheoretiker und Begründer des Schmetterlingseffektes, wollte 1961 seine Wetterberechnungen kontrollieren. Beim zweiten Rechendurchgang rundete der Computer eigenständig die Datensätze nach der zweiten Kommastelle auf. Das führte dazu, dass als Ergebniss ein ganz anderes Wetterszenario erschien als beim ersten Durchgang.

Mit der Verbesserung in der Welt der Wetterprognosen, sind auch unsere Erwartungen an die Wettervorhersage gestiegen. Vielleicht sind wir deshalb so verärgert, wenn wir mal im Regen stehen müssen.

2 Responses to “Warum Wetterberichte nicht funktionieren”


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